unterschied oder wortklauberei

aus dem Forum: Schreiben...

Gehe zu Seite 1, 2  Weiter

Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen

Neue Antwort erstellen

Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Beitrag unterschied oder wortklauberei
Verfasst am: Do, 17. Sep 2015 12:02
beim lesen einiger stories - sowohl hier als auch auf anderen portalen - ist mir aufgefallen, daß in vielen texten alltägliche wörter falsch verwendet werden. grundsätzlich ändert diese verwendung der wörter nichts am textinhalt, weil sich alles im zusammenhang erschließt. dennoch fällt mir das - sagen wir mal - störend auf.

zum beispiel lese ich ziemlich häufig das wort "scheinbar" an stellen, wo "anscheinend" oder "offensichtlich" gemeint ist. auf den unterchied zwischen "scheinbar" und "anscheinend" angesprochen, schrieb mir jüngst ein autor hier, daß ihm dieser unterschied nicht bekannt sei.

ist es tatsächlich so, daß dieser unterschied unbekannt oder vielleicht auch unwichtig ist? wie seht ihr das?

ps: dem unterschied zwischen "sehen" und "schauen" ergeht es offenbar ähnlich.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 8001
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Fr, 18. Sep 2015 9:45
ich denke es hat etwas mit dem Sprachgebrauch zu tun. Diese Begriffe werden bereits in der Sprache nicht so gebraucht, wie du es hier anmerkst. Vielleicht hat es auch etwas mit deiner manchmal etwas pingeligen Art zu tun. Du hast ein Faible für so etwas. Du musst in manchen Dingen alles auf ein tausendstel korrekt haben. Vielleicht fällt es dir dadurch als störend auf?
Ich muss zugeben, dass es bei mir auch daran liegen könnte, dass ich unterschiedliche Bezeichnungen nehmen möchte, um nicht immer ein und denselben Ausdruck zu verwenden. Dabei kann das vorkommen, dass ich nicht zu hundert Prozent korrekt bin. Allerdings der Leser sicherlich versteht, um was es geht.
Nach oben
Beiträge: 2057
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Fr, 18. Sep 2015 14:49
Zwiebelfisch dazu bei SPON
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Fr, 18. Sep 2015 16:21
grisu, du hast recht. ich habe tatsächlich eine schwäche für möglichst genaue wortbedeutungen. ich bin immer bemüht, in meinen texten die wörter in ihrem korrekten sinn anzuwenden.

eh ich für "anscheinend" "scheinbar" schreibe, nur weil ich wortwiederholungen vermeiden will, würde ich mir synonymlisten suchen, wie sie in dem SPON-artikel zu finden ist, den vloeck dankenswerterweise verlinkt hat. danke dafür.

outen sich noch mehr, die den unterschied nicht nur kennen, sondern auch beachten?

ich hätte da noch ein beispiel: "sehen" versus "schauen" - das erste beschreibt die fähigkeit, das andere die bloße handlung: ich schaue in den spiegel und sehe mein eigenes gesicht. bei mir würde niemals jemand in den spiegel sehen, nur etwas im spiegel sehen.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Do, 18. Feb 2016 12:25
weil es so schön ist:

Zitat:

Das meist missbrauchte Adverb der deutschen Sprache

Der ein oder andere kluge Kopf wird längst wissen, von welchem Wort ich spreche. Es geht um das meist missbrauchte Adverb der deutschen Sprache: scheinbar.

Die meisten Menschen benutzen es inzwischen, um eine Aussage als Vermutung zu kennzeichnen. Sie setzen es gleich mit Worten wie "offenbar" oder "anscheinend". Dabei bedeutet es genau das Gegenteil. Es bedeutet, dass etwas nur so scheint, aber eigentlich ganz anders ist.
Der Unterschied zwischen "scheinbar" und "offenbar"

Wenn jemand zu dir sagt, dass der Chef scheinbar viel von dir halte, dann solltest du dich unter Umständen nach einem neuen Job umschauen. Ähnliches gilt, wenn ein Kollege sagt: "Scheinbar habe ich deine Mail nicht bekommen." Denn dann hat er sie bekommen und wollte sich nur nicht damit beschäftigen.

http://www.huffingtonpost.de/2016/02/17/wort-falsch-benutzt_n_9250694.html?utm_hp_ref=germany

als ein freund der deutschen sprache finde ich es bedauerlich, daß ihr ausdrucksvermögen und ihr reichtum an vokabular immer mehr verschwindet.
Nach oben
Beiträge: 532
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Beitrag Ich oute mich mal.
Verfasst am: Do, 1. Dez 2016 23:18
Ja, du magst Recht haben.
Dennoch, einem Fntasieschreiber wird es in erster Linie um den inhaltlichen Zusammenhang und der Abwechlung in seiner Storry gehen. Bei jedem Wort neue Umschreibungen zu suchen, bremst den Schreibfluss, zumindest ergeht das mir so.
Natürlich kannst du das im Nachhinein korrigieren und ändern. Oft habe ich dann allerdings das Gefühl, dass dann etwas von der Authensität, von der dem persönlichen Charme, der von solch einer "Amateurarbeit" ausgeht, verloren geht. Es wirkt dann steriler und man muss andere Mittel suchen, um das wieder auszugleichen.
Grundsätzlich finde ich es aber gut, dass du die Frage aufgeworfen hast, denn jeder, der das nun gelesen hat, ist nun sensibilisiert. Auch nicht schlecht! ... Wink
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Fr, 2. Dez 2016 8:44
was mach ich hier eigentlich? ich bringe hier dinge zur sprache, die mir wichtig für eine gute geschichte sind: das ist neben dem inhalt auf jeden fall die sprache.

wenn jemand auf der suche nach einem synonym für "wahrscheinlich" auf "scheinbar" kommt, rollen sich mir die lesenden augen automatisch. er hat ein antonym gefunden! umso erstaunter bin ich, daß das muttersprachlern passiert.

nenn es pedanterie oder anders: ich gehöre zu denen, die die lektüre abbrechen, wenn die sprache zu viele mängel hat. während mir schon geschichten spaß gemacht haben, die inhaltlich dünn waren, dafür mit einer sichtlich ausgefeilten sprache daherkamen.

dem argument, bei jedem wort umschreibungen zu suchen (wer macht so was? wozu ein wort umschreiben, wenn man das wort selbst oder ein synonym verwenden kann?) behindere den schreibfluß, entgegne ich: erst schreiben, was aus dem kopf raus will, dann überarbeiten und feilen. das ist meine vorgehensweise. meine leser können froh sein, daß sie nicht zu lesen bekommen, was ungefiltert meinen kopf verlassen hat.

wenn eine geschichte nach dem überarbeiten steril geworden ist, hat die bearbeitung nicht gefruchtet.

ich bin ehrlich: ich möchte keine geschichte lesen, die unbearbeitet den kopf eines amateurs verlassen hat. ich beanspruche tatsächlich ein mindestmaß an sprachlicher fingerfertigkeit. was dem einen authentisch erscheint, mag für den anderen eine zumutung sein.

"scheinbar" mit "wahrscheinlich" gleichzusetzen, hat nichts mit der authentizität zu den, die einem leser zuzumuten ist nach meinem empfinden. für mich ist es ein anzeichen eines kleinen wortschatzes und mangelnden sprachgefühls. das mag für den verfasser authentisch sein. mich stört es. ich bin nämlich pingelig.

bei meinen geschichten achte ich auf die sprache. sie sind nicht perfekt. sie sind eher die ergebnisse meines strebens nach einer guten sprache. ich lerne stetig dazu.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 8001
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Fr, 2. Dez 2016 14:19
ich finde es gut und richtig von Orange, dass hier für alle zugänglich zu machen. Ich kann als Autor doch nur profitieren. Neue Anregungen aufnehmen. Ob ich sie auch einsetze, ist doch ganz allein mir überlassen.
Danke Guido, ich werde zumindest in Zukunft versuchen genauer zu arbeiten, beim Schreiben meiner Story.
Ob ich so radikal bin, wie du und Storys abbreche, die stilistisch nicht perfekt sind, aber ein inhaltliches Niveau haben, möchte ich in Frage stellen.
Das kann ja jeder für sich selbst prüfen.
Ich als Autor habe aber den Ehrgeiz möglichst viele Leser zu begeistern und zu unterhalten. Da ist eine gute Ausdrucksform sicher von Vorteil.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Sa, 3. Dez 2016 12:01
nicht den spaß am schreiben und lesen verlieren! jeder hat seine vorlieben. ich teile hier nur, was mir interessant vorkommt.
sich selbst treu zu bleiben bedeutet für mich nicht, eine weiterentwicklung und verbesserung des schreibstils auszuschließen. auch richte ich mich nicht nach anderen, sondern nur danach, was mir gefällt. das ist für mich authentisch.
motto: wer es jedem recht machen will, macht es niemandem recht.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Fr, 19. Jan 2018 9:04
https://gfds.de/verwendung-von-scheinbar-und-anscheinend/
Nach oben
Beiträge: 9
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: So, 23. Dez 2018 11:14
Hi Orange,

wenn das ein Thema für dich ist, vielleicht hättest du ja dann Lust, mal so eine Liste für uns hier zu erstellen (auf Basis "real existierender Formulierungen" aus Stories, die dir aufgefallen sind z.B.)? Du hast ja bereits einiges an wertvollen Hinweisen zum kreativen Schreiben für uns gesammelt, vielen Dank dafür!

Ich denke, die meisten von uns können bei der Wortverwendung noch dazulernen, und das kriegt man natürlich nur durch stumpfes Auswendiglernen in die Birne. Trotzdem möchte ich uns Hobbyautoren auch in Schutz nehmen: Belletristik korrekt zu schreiben, insbesondere wörtliche Rede oder Begriffe aus der Umgangssprache, ist keinesfalls einfach. Die meisten von uns haben sich selten oder nie damit beschäftigt und lesen auch keine Stilkunde-Bücher. Umso besser, wenn es jemanden gibt, der uns darauf hinweist.

Allerdings möchte ich dich darauf hinweisen, dass deine konsequente Kleinschreibung etwas ist, mit dem DU anderen gehörig auf die Nerven gehst. Jeder hat da andere Filter. Wenn der Grund dafür Unsicherheit ist, weil deine Groß- und Kleinschreibung nicht perfekt ist: das kann man trainieren wie alles andere auch. Wenn der Grund Bequemlichkeit ist: 10-Finger-Schreibkurse sind hervorragende "Schreib-Vereinfacher". Ich halte es jedenfalls für keine gute Idee, dutzendfach selbst Regeln bzw. Konventionen zu ignorieren und gleichzeitig die strikte Einhaltung anderer Regeln einzufordern.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Mo, 24. Dez 2018 13:10
hallo miloh_r.

vielen dank für deine offenen worte. es freut mich, dass das was ich hier einstelle, ein gewisses interesse findet.

dabei gebe ich hinweise, mache aufmerksam auf stilistische fallstricke. dabei "fordere" ich nicht die einhaltung eines bestimmten schreibstils. von mir aus kann jeder schreiben wie er will.

zwei dingen werden nicht passieren:

ich werde hier keine liste zusammenstellen, mit unzulänglichkeiten aus stories, die ich hier lese. ich halte es nicht für zielführend und ich möchte mich nicht als korrektor aufspielen. zudem möchte ich mir die zeit nicht ans bein binden. wen das interessiert, was ich hier einstelle, der wird für sich das eine oder andere interessante finden. ein jeder entscheidet dabei selbst, was für ihn selbst passt oder auch nicht. auch bin ich kein freund stumpfen auswendiglernens. das bringt meiner meinung nach gar nichts. begreifen finde ich persönlich besser.

darüber hinaus werde ich meine konsequente kleinschreibung nicht aufgeben, solange ich hier noch was schreibe.
Nach oben
Beiträge: 9
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Do, 27. Dez 2018 12:20
Hi Orange,

wenn eine Liste mit aus deiner Sicht fehlerhaften Formulierungen bzw. Wortverwendungen "nicht zielführend" ist – was wäre denn deiner Meinung nach stattdessen zielführend, um dieses Problem zu lösen? Und wenn es nicht lösbar wäre, warum sollten wir dann überhaupt darüber diskutieren?

Mir fällt da nicht viel ein außer solchen Listen (die man am besten persönlich für sich selbst zusammenstellt und lernt), Stilkundebüchern oder den Bastian-Sick-Publikationen (die unterhaltsam und geistreich sind). Und das geht sinnvoll nur mit Auswendiglernen, was ja nicht das Schlechteste ist. Ich wage sogar zu behaupten, dass jeder, der gut schreibt, erhebliche Arbeit und Mühe ins Auswendliglernen und in Selbstverbesserung gesteckt hat, ob es ihm nun bewusst ist oder nicht.

Mit der korrekten Wortverwendung hast du da schon einen wichtigen Punkt angesprochen, der auch etwas delikat ist, weil er die eigene Kreativarbeit betrifft. Soweit ich weiß, umfasst das Korrektorat hier "nur" Rechtschreibung und Grammatik (und vielleicht grobe stilistische Schnitzer). Für viele Autoren ist das sicher perfekt und sie wollen nicht, dass andere in ihre Arbeit "hineinpfuschen" – für mich völlig o.k., denn das ist eine Plattform für Hobby-Autoren. Wenn ein Hobbyautor jedoch lernwillig ist und an seinem Stil arbeiten möchte, ist es für ihn natürlich ohne Stilkorrektur sehr schwierig, die eigenen Schwächen zu finden und sich weiterzuentwickeln. Und mit "Stilkorrektur" meine ich NICHT "du darfst nur kurze Sätze schreiben etc." sondern tatsächlich Wortverwendung, Synonyme, vielleicht noch Satzbau. Was mir bei NiSt mit am besten gefällt ist, dass sich die Geschichten der Autoren so unterschiedlich "anfühlen", weil sie stilistisch eine riesige Bandbreite abdecken.

Ach, und was ich sicher nicht meinte ist, mit dem Finger auf einen Autor zu zeigen und ihn öffentlich bloßzustellen, indem man seine Formulierungen zerpflückt (außer er wünscht das ausdrücklich und will andere daran teilhaben lassen!). Man muss nicht Ross und Reiter kennen, wenn man an einer Pferdekoppel vorbeiläuft. Allerdings bringt einen dieses Auseinanderpflücken eigener Texte durch andere wirklich weiter, ich hatte schon öfters das "Vergnügen"

Was halten die Mitleser denn von der Idee, so einen "Typische Fehler bei der Wortverwendung vermeiden" Thread mit Beispielen hier zu eröffnen? Vielleicht gibt's da hier auch schon was und ich habe nichts gefunden? Ich würde schon auch etwas beisteuern, aber hätte keine Lust, das alleine zu tun.

Off topic, zur Kleinschreibung: Nicht, dass es mich wirklich stören würde, wenn jemand klein schreibt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Reformkommission (die m.E. nahezu komplett versagt hat) sogar die gemäßigte Kleinschreibung eingeführt. Hat sie aber nicht. Wenn nicht DU derjenige mit der Kleinschreibung gewesen wärst, hätte ich es ignoriert, so egal ist es mir. Nun bist du aber in diesem Forum einer der Hauptakteure und unterstützt dankenswerterweise andere Autoren im Hinblick auf die Qualitätsverbesserung. Daher musst du dich m.E. auch an allgemeinen Qualitätsmaßstäben messen lassen und dir somit die Frage gefallen lassen, warum du der Ansicht bist, dass wichtige Grundregeln der Schriftsprache (und Schriftsprache ist eines der zentralen Themen bei NiSt!) nicht für dich gelten sollen?
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 8001
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Do, 27. Dez 2018 14:02
sie gelten für ihn in seinen Stories. Die Orangestories sind extrem gut formuliert und ausgefeilt in ihrem Ausdruck. Hier ist das aus seiner Sicht nicht notwendig und es ist eben seine Marotte. Ich stelle das Schreiben im Forum nicht auf eine Stufe mit dem Schreiben einer Geschichte.
Und ich habe hier damit auch überhaupt kein Problem. So lange so etwas nicht in der Redaktion auftaucht^^
Nach oben
Beiträge: 633
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Do, 27. Dez 2018 16:51
Komisch, dass die konsequente Kleinschreibung hier als Problem aufpoppt.
Die Diskussion ist doch schon furchtbar alt.
Zwei Beispiele: 1925 ist sie ein Stilelement des "bauhaus".
Die taz schreibt ihren Titel kosequent klein und "verstößt" damit gleich gegen zwei "Regeln": Großschreibung am Anfang und Großschreibung eines Substantivs. Letzteres kennt der englische Spachraum bekanntermassen grundsätzlich nicht.
Ich habe es auch mal probiert, erstens animiert durch Orange zweitens provoziert durch meine eigenen Fehler, die beim schnellen Schreiben mehr Kleinbuchstaben produzieren, als gemeinhin erlaubt sind. (Ja, ich weiß, dass dieser Satz falsch ist, denn Fehler produzieren nichts, sie werden produziert. Das wäre etwas, was Orange sofort auffällt)
Um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen: Orange hat in der Literatur durchaus prominente Autor-Kollegen. Laßt ihm seine Marotte.
Zudem finde ich es spannend, weil durch eine konsequente Kleinschreibung durchaus Zweideutigkeiten entstehen. Da muss der Leser halt nachdenken oder er darf interpretieren.
"Querlesen" geht freilich dann schwerer.

Eines noch:
Miloh, ich finde die Idee gut, das "Lernen" dadurch zu fördern, dass in einem eigenen Thread (z.B. "eigentlich falsch") Fehler genannt werden könnten, die einem Auffallen. Mit einem Verbesserungsvorschlag, aber ohne Namen des Autors und ohne erhobenen Zeigefinger. Einfach zum Lernen für den der will. Wenn sich dann Diskussionen mit "Betroffenen" ergeben sollten, sollten diese in einem Thread (z.B. "Diskussion zu 'eigentlich falsch') oder privat geführt werden, so stehen im einen nur die "Fakten", die eventuell, je nach Diskussion, korrigiert werden sollten.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Do, 27. Dez 2018 20:26
hallo miloh.

korrekt: ich halte eine solche liste nicht für zielführend. deine einstellung zum auswendiglernen in allen ehren: für mich funktioniert das so nicht. es würde mich anöden und ich würde nicht einmal damit anfangen.

so habe ich hier das beispiel "scheinbar" versus "anscheinend" angeführt. ich halte es nicht für sinnvoll, auswendig zu lernen, dass es sich (nach meinem sprachempfinden) um gegenteiliege begriffe handelt, sondern glaube es ist zielführender, sich mit diesem wortpaar auseinanderzusetzen und dem unterschied auf die sprünge zu kommen und ihn zu begreifen. nur wer mit sprche umgehen kann und sie begreift, kann meiner meinung nach stilvoll mit ihr umgehen.
du könntest auch riesige mengen an zahlenkollonnen auswendiglernen. das würde dich nicht zu einem mathematiker machen. dazu müsstest du die rechenwege beherrschen.

eines kannst du mir glauben: ich habe meine sprachlichen fähigkeiten nicht durch auswendiglernen erworben. diese fähigketen habe ich durch reges lesen verschiedenster texte und durch jahrelange übung erlangt.

deine meinung zur stilkorrektur teile ich im großen und ganzen. du hast recht, das findet hier nicht statt.

zum stil gehört auch die satzlänge, die absätze und natürlich die wortwahl. orthographie und grammatik ist für mich unabdingbar.

nickstories ist eine plattform für hobbyautoren. hier ist nicht mit literatur-nobelpreis-würdigen texten zu rechnen. das heißt nicht, dass sich hier großartige schätze in der sammlung befinden.

zu meiner konsequenten kleinschreibung:

ich sehe keine diskrepanz zwischen meinem ansinnen, erzählungen stilistisch, grammatisch und orthographisch mit einem mindeststandard zu versehen und meiner art, in kleinbuchstaben zu plaudern.

genauso, wie ich nicht druckreif spreche, schreibe ich hier auch nicht so, wie ich meine stories verfasse. ich schreibe seit mehr als dreißig jahren ALLE privaten texte klein. diese schreibform habe ich in chats und foren übertragen. ich sehe keinen grund, das zu ändern.
auch dann nicht, dass wer behauptet, es nerve andere hier gehörig. als rhetorisches mittel entlarvt es denjenigen, der nicht zugeben will, dass es ihn selber stört.
auch dann nicht, wenn offensichtlich scheinbar (also zum schein, nicht wahrscheinlich) auf wohlmeinde hilfsmöglichkeiten hingewiesen wird.

auch dann nicht, wenn du mit einem kapitalen "DU" auf meine person hinweist. trenne bitte das, was ich hier zum thema sprache zum besten gebe von meiner person. dann wirst du feststellen, dass ich nicht mich an meinen textlichen ansprüchen messen lassen werde, sondern bestenfalls meine geschichten.
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Do, 27. Dez 2018 20:41
miloh: deine idee einer sammlung von falschen wortverwendugen gefällt mir. ich möchte es auch nicht alleine machen. vielmehr ist mir an einer diskussion über zweifelsfälle gelegen. wie gesagt: ausweniglernen ist nicht meine welt. erarbeiten der sprachlichen finessen dagegen sehr.
allerdings liegen die fallstricke nicht nur in der wortwahl. es gibt noch viel mehr, was man beachten könnte, wenn man es denn will. ich habe hier verschiedene themen eingestellt. sie sind zur regen diskussion freigegeben. auch zum fragen à la "kann man das so formulieren?" oder "wie wird da ein lesbarer satz draus?".

grisu: vielen dank für so viel lob. keine angst, der redaktion biete ich nur ausgefiltes an. nicht aber perfektes.

lupo: ich bin nicht aus dem schmunzeln heraus gekommen beim lesen deines beitrages ;o}
ich berufe mich gerne auf das standard der deutschen sprache: dem deutschen wörterbuch der brüder grimm. dort wird alles konsequent klein geschrieben.
Nach oben
Beiträge: 16
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Beitrag wenig überraschend
Verfasst am: Fr, 28. Dez 2018 22:00
Mich überraschtes wenig wenn Wörter falsch verwendet werden denn selbst in Werbespots passiert das sehr häufig - nicht nur im deutschsprachigen Raum.

z.B. haben wir jahrelang gelernt "I'm loving it" wobei man hier sagen muß das es ich hierbei um eine gramatilalischen Fehler handelt.

"... wer sofort bestellt bekommt jetzt eine 2. Produkt umsonst dazu..."
Leider mußt ich feststellen das die ursprünglich Bedeutung von umsonst = vergebens nun auch gratis bzw. kostenlos gleichgesetzt wurde.

Ein weiterer Grund weshalb ich den Duden nicht mag Smile
Nach oben
Labertasche
Beiträge: 5252
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Sa, 29. Dez 2018 12:35
der duden ist kein regelwerk, dass die regeln vorgibt oder erstellt. der duden beschreibt, wie die deutsche sprache aktuell funktioniert.

wenn der duden "umsonst" mit "kostenlos" gleichsetzt, so beschreibt er den aktuellen sprachgebrauch.

im duden steht zb unter dem stichwort "evakuieren":
Zitat:

1. a. wegen drohender Gefahr von seinem [Wohn]platz wegbringen, [vorübergehend] aussiedeln
b. durch Evakuieren räumen
2. (Technik) (in einem Hohlraum o. Ä.) ein Vakuum herstellen


die ursprüngliche bedeutung "ein vakuum herstellen" ist zur 2. bedeutung geworden, während man sprachlich offenbar menschen in not auch noch ausleert, statt nur deren häuser und orte.

damit werde ich mich auch nicht anfreunden.

generell wird die sprache durch ihre nutzung immer weiter abgenutzt und glattgeschliffen. dabei gehen ständig bedeutungsunterschiede verloren.

wer hat nicht schon gelesen: "ich hing den mantel an den haken." dabei schüttelt es mich.
richtig ist: "ich hängte den mantel an den haken." das ist die handlung.
"der mantel hing den ganzen abend am haken." ist dann der zustand das mantels.

man sagt ja auch nicht "ich fiel den baum", sondern "ich fällte den baum" - der deswegen fiel.
Nach oben
Beiträge: 633
Private Nachricht senden
Antworten mit Zitat
Verfasst am: Sa, 29. Dez 2018 23:32
Da musste ich doch gleich mal "wegen dem Schild" nachschauen.
Auch wenn Prof.Schnauz selbstverständlich verbessert: "Es heißt: 'Wegen des Schildes'" so steht im Duden tatsächlich: "Präposition mit Genitiv;
Umgangssprachlich auch mit Dativ."
Beschreibt also die sprachlichen Gepflogenheiten.
Meist läßt der Duden dennoch erkennen, was "richtig" und "falsch" ist.
Nach oben

Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Neue Antwort erstellen

Gehe zu Seite 1, 2  Weiter

Seite 1 von 2



Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.